| Race Across America 2011 - Interview mit Gerhard Gulewicz |
![]() Heute startet in Oceanside California die 30te Austragung des Race Across America 2011. Es ist eines der anerkanntesten und ältesten Ultra-Langdistanz-Rennen der Welt. Teams und Solofahrer nehmen die mehr als 3000 Meilen von der West- zur Ostküste in Angriff.
Der 44-jährige Österreicher Gerhard Gulewicz belegte 2010 und 2009 den zweiten Platz. 2005 war der Langdistanz-Profi Weltmeister im 24 Stunden Mountainbikerennen.
Hallo Gerhard, Du warst schon zweimal zweiter beim RAAM und einmal dritter. Wie beurteilst Du Deine Chancen dieses Jahr? Diese Frage ist ganz einfach beantwortet - ich fahre mit dem eindeutigen Ziel in die USA dieses Rennen heuer zu gewinnen - denn wie es in der Frage schon steht - ich war schon zweimal zweiter :-).
Du bist vor kurzem 44 Jahre alt geworden. Merkst du einen Unterschied zu Deiner ersten Teilnahme vor fünf Jahren? Nein - nur dass ich mich jedes Jahr wundere, dass es immer noch eine Verbesserung geht. Eine eindeutige Steigerung habe ich durch die Verwendung des SRM Systems erfahren und durch das daraus resultierende Watt gesteuertem Training. Das war ein Quantensprung. Und ich merke, dass ich mit diesem Training noch lange nicht meine Leistungsgrenze erreicht habe und immer noch Verbesserungen möglich sind.
Du sitzt während des Rennens bis zu 40 Stunden im Sattel. Wie hält man sich da wach? Durch Konzentration, oder besser erklärt, man muss immer fokussiert bleiben. Ein einfacher Vergleich um ein wenig zu verdeutlichen was ich meine: Wenn man sich ins Bett legt und die Sorgen und Probleme mit sich nimmt, dann kann man wahrscheinlich nicht einschlafen, egal wie müde man ist. Wenn man sich aber ins Bett legt und die Gedanken abschweifen ist man sofort "weg". Und diesen
Hast Du keine Angst dass das gesundheitsschädliche Nachwirkungen hat? Nein - denn ich bin auf diese Belastung vorbereitet und trainiert.
Vor drei Jahren war Michael Nehls mit dem Vorsatz an den Start gegangen das Rennen mit einer neuen Taktik zu fahren. Er schlief fast jede Nacht 7 Stunden und machte auch während des Tages Ruhepausen. Er beendete das Rennen damals als siebter. Denkst Du, mit dieser Taktik wäre auch ein Sieg möglich? Nein - auf keinen Fall. Denn das kann man sich mathematisch ganz einfach ausrechen um wie viel man in den aktiven Stunden ein mehr an Leistung erbringen muss, um diese Pausen wieder
Was ist Deiner Meinung nach der härteste Streckenabschnitt? Jeder - denn jeder Abschnitt hat seine "Tücken".
Du hast wieder drei KTM-Räder dabei, jedes mit SRM. Wie hilft dir das SRM während des Rennens? Das SRM ist für mich seit fast 4 Jahren für mich ein unverzichtbares Tool geworden. Nicht nur im Training für die Trainingssteuerung sondern auch im Rennen und das hat mehrere Gründe, die ich hier Ich sehe im Rennen immer wie es um meinen Leistungsoutput steht und wie sich der im Verhältnis zu den Trainingsleistungen während des Rennens verändert. Wichtig ist dabei für mich, dass ich sehe, wie weit ich "abfalle" bzw. auch nicht. Und ob die Ernährung passt kann ich, bzw. mein betreuender Arzt, genau beobachten. Denn wie gesagt, wenn die Ernährung gut zusammen gestellt ist, dann bleibt der Leistungsabfall im für mich aufgestellten Normbereich. Zu Beginn des Rennens verwende ich das SRM auch als, ich nenne es "Drehzahlbegrenzer". Damit meine ich, dass ich mich selbst zurück halte um einfach nicht zu überziehen. Ich kenne meine maximalen Watt die ich fahren kann, um in vor allem in den ersten 40 Stunden nicht zu weit "abzufallen". Und während des Rennens verwende ich das SRM dazu, um mich, sollte es mal nicht so gut gehen, zu pushen, also ich versuche dann eine gewisse Wattleistung einzuhalten.
Wie hat Dir das SRM während des Trainings geholfen und wie hat sich Dein Training durch das SRM verändert? Ich hab´s oben bereits angedeutet. Das SRM System hat mein Training revolutioniert und ich könnte es mir ohne nicht mehr vorstellen. Das Wattgesteuerte Training ist das einzig wirklich wirkungsvolle Training das es gibt. Der Puls ist immer noch wichtig, aber nur mehr als Kontrollmechanismus, nicht mehr zur Trainingssteuerung. Was für mich aber ein ganz entscheidender Punkt ist: Das Training selbst wird nicht nur effektiver und qualitativ besser, sondern auch "kürzer". Damit meine ich nicht, dass man dann weniger trainieren muss bzw. soll. Sondern die Qualität des Trainings steigt, und somit auch die Effizienz. Daraus resultiert auch ein kürzeres Training. Man hat mehr Zeit für die Regeneration oder für andere wichtige Dinge im Leben :-)
Im Winter hast Du auch den SRM Indoortrainer benutzt. Soweit ich weiß hattest Du vorher ein normales Spinning Rad im Einsatz. Worin bestehen denn Deiner Meinung nach die Vorteile des Indoortrainers? Durch das Training am Indoortrainer habe ich die bereits beschriebenen Vorteile. Ich kann auch Indoor wattgesteuert trainieren, und was beim Training am Indoortrainer noch mehr zur Geltung kommt, ist die Tatsache, dass die Zeit noch effektiver genutzt werden kann. Das ist ganz einfach erklärt. Trainiert man in der Natur z.B. 3 Stunden und wertet man dann die Trainingseinheit aus. Dann wird man merken,
Wie lange wirst Du nach dem RAAM brauchen um Dich wieder zu erholen? Das dauert ca. 2 Monate.
Gerhard, danke für das Interview und alles Gute für das Rennen. Vielen Dank - ich kann jeden gedrückten Daumen brauchen.
Weitere Informationen von und über Gerhard finden Sie auf seiner Homepage: www.gerhardgulewicz.net ![]() |










