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Saisonstart für das SRM-Stevens Mountainbike-Team

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Am 25. April startet die Moutainbike-Weltcupsaison in Dalby Forest, Yorkshire. Die weltbesten Fahrer erwartet ein technisch anspruchsvoller Kurs.

Zur Vorbereitung auf dieses Rennen diente für viele internationale Elitefahrer der Bundesligaauftakt in Münsingen beim "Internationalen Frühjahrsklassiker". Das Wetter auf der Alb kann manchmal sehr garstig sein, doch die Zuschauer hat das bisher nie davon abgehalten, in Scharen an die Strecke zu strömen. In diesem Jahr waren die Witterungsbedingungen ideal, sowohl für das Cross-Country Rennen, als auch für den Marathon.

a-parti-n-rohrbach-f1Auch für die Fahrer des SRM-Stevens Teams war es das erste gemeinsame Rennen der Saison in Deutschland. Das Team, in diesem Jahr auf zwei Fahrer geschrumpft, ist klein aber motiviert: Andras Parti, ungarischer CC- und Marathonmeister sowie der junge, talentierte Schweizer Nicola Rohrbach.

Münsingen war nicht ihr erklärtes Saisonziel. Für Andras Parti geht es in dieser Saison darum, seine ungarischen Meistertitel zu verteidigen und im Weltcup gute Resultate einzufahren.
Nicola Rohrbach möchte sich in der Schweiz durchsetzen. Das Niveau des Schweizer Mountainbikesports ist extrem hoch. Die interne Konkurrenz ist enorm, allein fünf Schweizer Profis sind in den Top Elf der UCI-Rangliste aufgeführt. Deshalb ist Nicolas Ziel - Top 5 der Schweiz - sehr ambitioniert. Aber um sich für die Europa- und Weltmeisterschaft zu qualifizieren, muss das sein Ziel sein.

In Münsingen konnte der 30-jährige Schweizer Ralph Naef vom Team Merida Multivan das Rennen vor dem Spanier Inaki Lejarreta Errasti und Julien Absalon (Frankreich), beide vom Team Orbea, für sich entscheiden.
Für Andras und Nicola, die als 24ter bzw. 30ter das Rennen beendeten, ging es darum, Wettkampfhärte zu entwickeln.

 

Nicolas SRM-Daten zeigen deutlich, worin sich Mountainbike- von Straßen- und Triathlonwettkämpfen unterscheiden.
Die Durchschnittsleistung lag bei 308 Watt (4,2 Watt/kg) über die Dauer von 1:47,32 h und offenbart in keinster Weise die Beanspruchungen des Rennens. Die grüne Leistungs-Linie zeigt in der ungeglätteten Ansicht die enormen Schwankungen der Leistung und die große Zahl an Belastungsspitzen über 500 Watt. Dagegen ist die rote Herzfrequenzlinie zwar gleichmäßig hoch und konstant, sie fällt lediglich in der kurzen Abfahrt zum Ende jeder Runde leicht ab.

Nicolas Herzfrequenz an der anaeroben Schwelle beim Ergometertest liegt bei 164 Schlägen/min, im Rennen ist die Herzfrequenz deutlich darüber. Seine Leistung beim Ergometertest an der Schwelle liegt bei 370 Watt, etwa 5 W/kg. Im Rennen fährt er im Durchschnitt signifikant unterhalb dieser Schwelle.
Wie erklärt sich das?
Erstens unterscheiden sich Mountainbiken und Fahren auf dem Ergometer grundsätzlich. Auf dem Moutainbike ist man technisch gefordert, der ganze Körper arbeitet, der Rumpf muss stabilisiert werden, Arme und Oberkörper arbeiten beim Ziehen und Drücken am Lenker. Diese Leistung wird vom PowerMeter nicht erfasst.
Zweitens: Die hohen Belastungswechsel, 800 Watt um aus einer engen Kurve heraus zu beschleunigen, kurze, giftige Anstiege zu überwinden, um dann wieder auf beinahe Null abzubremsen - dies erfordert eine hohe anaerobe Leistungsfähigkeit sowohl laktazid als auch alaktazid. Dieses Stop and Go ist für den Kreislauf und den Energiestoffwechsel wesentlich anspruchsvoller, als gleichmäßiges Fahren wie z. B. bei einem Zeitfahren.

 

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Mit einer Glättung von 1% wird die Grafik etwas übersichtlicher und man erkennt, dass Nicola die zweite Runde wahrscheinlich etwas zu hart gefahren ist und es danach büßen musste. Nach dieser Runde blieb sein Puls im Durchschnitt unter 170 S/min, er brauchte die kurze Erholungsphase in der Abfahrt. Auch seine Durchschnittsleistung sank nach dieser Runde signifikant.

Der Energieumsatz von 1.987 kJ für die Leistung auf den Pedalen entspricht etwa 1.900 kcal Gesamtenergieverbrauch, nicht eingerechnet der Energieaufwand für Stabilisation, Koordination usw. zeigt die hohe metabolische Beanspruchung in solch einem Wettkampf mit ständig wechselnden Belastungen.

 

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Durch die harten Antritte - allein 9x über 700 Watt mit einem Maximum von 1.023 Watt - überzog er in der zweiten Runde und konnte sich auch in der Abfahrt nicht mehr davon erholen. Es ist kein Abfall der Herzfrequenz wie in den Folgerunden zu erkennen. Mit 13:10 Minuten war dies seine schnellste Runde und die 323 Watt Durchschnittsleistung konnte er nicht mehr annähernd wiederholen.

Mountainbike-Rennen sind keine Zeitfahren. Eine Pacingstrategie entwickelt sich hier aus der Situation heraus. Manchmal muss man über sein Limit gehen, um z. B. vor einer schwierigen technischen Passage einen Konkurrenten zu überholen und freie Fahrt zu haben.

 

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Verglichen mit der zweiten Runde erkennt man die Erschöpfung in der letzten der acht Runden. Lediglich 5 Antritte über 600 Watt, die Durchschnittsleistung unter 290 Watt und auch die Herzfrequenz lag signifikant niedriger.

Ist das ein Zeichen für eine schlechte Saisonvorbereitung?
Überhaupt nicht! Wie die meisten Profis, die während der gesamten Saison auf hohem Niveau fahren wollen, hat sich Nicola mit viel aerobem Grundlagenausdauertraining vorbereitet. Auch Intervalle an der anaeroben Schwelle und Kraftausdauerintervalle legen lediglich die Basis für die Rennbelastung. Harte anaerobe Intervalle zur Verbesserung der Sauerstoffaufnahme und der Laktattoleranz werden erst danach in das Trainingsprogramm aufgenommen. Sein Saisonziel, die Schweizermeisterschaft in Gränichen am 18. Juli, bedarf einer sehr guten Vorbereitung und darf nicht durch Überlastungen zu Beginn der Saison gefährdet werden.

 

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Die statistische Ansicht ist interessant, weil sie die Unterschiede z. B. zum Triathlon noch einmal deutlich macht, die wir in anderen Artikeln in diesem Blog bereits vorgestellt haben. Die Leistungsverteilung ist viel weiter, es ist eigentlich keine Spitze zu erkennen. Die Trittfrequenzverteilung ist interessant, weil Nicola mit einer Häufung um 85 U/min damit für ein Mountainbike Rennen ziemlich hoch liegt.

 

n-rohrbach-muensingen-statZum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

 

Wir bedanken uns bei Nicola für die SRM-Daten und wünschen ihm und Andras für diese Saison nur das Beste!

 

a-parti-muensingen-f2Andras Parti in Aktion