| Buchvorstellung: "Die Wissenschaft vom schnellen Radfahren" |
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Schnell Rad zu fahren ist heutzutage eine wissenschaftliche Angelegenheit. Mit computergestützter Strömungssimulation aus dem Automobil und Flugzeugbau stellen die Konstrukteure Zeitfahrmaschinen her, die bisherige Grenzbereiche überschreiten. Dank modernster Erkenntnisse aus den Materialwissenschaften und aus der Strömungssimulation sind weitere Verbesserungen trotz Reglementbeschränkungen möglich. In ihrer Pfiffigkeit sind die Konstrukteure der UCI immer eine Nasenlänge voraus. Andreas Pooch ist ein bekannter Spezialist und Autor verschiedener Bücher über Liegeräder. Er hat sein Standardwerk „Die Wissenschaft vom schnellen Radfahren" überarbeitet, so dass es jetzt in einer Neuauflage erhältlich ist (www.ld-vlg.de/aerobuch.htm). In seinem Buch hat er die Fakten zum Thema Aerodynamik im Radsport gesammelt und in einer Gesamtansicht dargestellt, um dann die aktuellsten technischen Entwicklungen im Bau von Zeitfahrrädern zu beschreiben. In einem kurzen Interview gibt er Auskunft über seine Intentionen:
Warum hast Du Dich so intensiv mit dem Thema Luftwiderstand beschäftigt? Wer als durchschnittlich trainierter Radler versucht hat, in einer Stunde 30 Kilometer und mehr zu fahren, wird die enorme Bedeutung des Luftwiderstandes und der Aerodynamik sofort am eigenen Leibe ermessen. Das ist übrigens auch der Ausgangspunkt meiner eigenen Liegeradaktivitäten und des Wunsches, alles zum Thema zu sammeln und in Buchform zu präsentieren.
Sitzhaltung und Kleidung sind die wichtigsten und einfach zu optimierenden Punkte. Die Hollandradhaltung entspricht geradezu einem Fallschirm, mit dem man jedes Lüftchen auffängt, wenn man flotter unterwegs sein möchte. Nicht umsonst gibt es die typische holländische Aerohaltung, bei der der Fietser tief nach vorne gebeugt, die Unterarme auf dem breiten Lenker abgestützt, auf seinem Drahtesel hockt.
Auch wenn man es sich oft nicht klar macht, eine alles andere überragende. Ab 30 km/h macht der Luftwiderstand in der Summe aller Fahrwiderstände 90% aus! Das alleine zeigt das Feld auf, in dem es sich zu optimieren lohnt. Und mit Hilfe moderner Programme zur Strömungssimulation können wir heute Dinge berechnen, für die vor Jahren noch eine Großrechneranlage erforderlich war. Man sollte die Technik dopen und nicht den Sportler.
Zu allererst muss festgehalten werden, dass in keinem anderem auf dem Buchmarkt erhältlichen Werk so tief auf die geschichtlichen Zusammenhänge rund um das schnelle Radfahren eingegangen wird. Gleichwohl ist dies kein fahrradhistorisches Buch, weil der Spagat gemacht wurde zwischen übersichtlicher Darstellung physikalischer Zusammenhänge, der Erläuterung historischer Entwicklungen zum Thema und die Vorstellung aktuellster Technik.
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