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Leistungsdiagnostik bei SRM: Interview mit Mirco Smerecnik, Fokus:Diagnostik
In der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik im Ausdauersport werden aktuell viele unterschiedliche Methoden diskutiert. Welche Untersuchungsmöglichkeit zählt Deiner Meinung nach zu der aussagekräftigsten?

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Ja, das ist korrekt es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten. In der Regel ist es für die Leistungsdiagnostik erst einmal wichtig sportartspezifisch zu testen und verschiedene Parameter für eine möglichst genaue Trainingssteuerung zu nutzen.

Die aussagekräftigste leistungsdiagnostische Untersuchung ist sicherlich die Spiroergometrie. Sie wird auch als "Goldstandard der Leistungsdiagnostik" bezeichnet.
Unter Spiroergometrie bzw. Ergospirometrie versteht man die Messung der Atemgase während körperlicher Belastung, insbesondere die Sauerstoffaufnahme (VO2) und die Kohlendioxidabgabe (VCO2).
Gleichzeitig werden die Leistung, die Herzfrequenz, und die Laktatwerte kontinuierlich ermittelt und aufgezeichnet.
Dadurch ist es möglich die aktuelle Ausdauerleistungsfähigkeit jedes Athleten zu beurteilen und den individuellen Energiestoffwechsel zu betrachten. Dabei werden wichtige Kriterien für die Trainingssteuerung bestimmt, z.B. die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max), der aerobe und anaerobe Energiestoffwechsel (aerobe/anaerobe Schwelle) und der Gesamtenergieverbrauch (Fett- und Kohlenhydratverbrennung).

 

Wie sollten die Trainingsempfehlungen einer Leistungsdiagnostik aussehen und warum ist es Deiner Meinung nach sinnvoll eine Diagnostik auf einem SRM Ergometer durchzuführen?

In der Regel werden Trainingsempfehlungen anhand von Herzfrequenzbereichen angegeben. Allerdings ist das Herzfrequenzverhalten von vielen Faktoren abhängig. Wie es im Training Blog von Zoltan Tisza sehr gut beschrieben wird, kann die Herzfrequenz von vielen Faktoren wie Müdigkeit, Trainingsphasen, Tageszeit, Hormonen, Wasserhaushalt, Ernährung usw. beeinflusst werden. Deshalb ist es empfehlenswert die Leistungsdiagnostik auf einem Hochleistungsergometer durchzuführen, bei dem die Leistung mit aufgezeichnet wird um diese dann als Mittel zur Steuerung der Trainings- und Wettkampfintensität zu nutzen.


Zu welchen Zeitpunkten sollte eine Leistungsdiagnostik durchgeführt werden?

Die Zeitpunkte sind sicherlich individuell zu betrachten. Allgemein werden folgende Zeitpunkte als sinnvoll erachtet:

  • bei Aufnahme bzw. Wiederaufnahme eines Trainings
  • zu Beginn oder Ende von Trainingsperioden
  • ca. 4-6 Wochen vor einem geplanten Wettkampf (z.B. Saisonhöhepunkt)
  • zur Problemanalyse bei unerklärlichen Leistungseinbrüchen oder einer Leistungsstagnation

 

srm-leistungsdiagnostik-spiroergometrie-1Noch ein Trainingstipp für die Leser des Blogs: Sollte ein ambitionierter Ausdauersportler und Hobbyfahrer überhaupt eine Leistungsdiagnostik durchführen?

Ganz eindeutig: Ja. Eine qualitativ hochwertig durchgeführte Leistungsdiagnostik erhält für den Fahrer eine Reihe von elementaren Informationen mit denen das Training strukturierter und erfolgreicher gesteuert und geplant werden kann.

Ein bekanntes Beispiel: In der Praxis trainieren viele Fahrer gerade in der Saisonvorbereitung zu intensiv. Anhand einer Leistungsdiagnostik lässt sich insbesondere der Trainingsbereich der Grundlagenausdauer sehr gut bestimmen - und damit das Training effizienter steuern.
Qualitativ hochwertig heißt in diesem Zusammenhang auch, dass die leistungsdiagnostische Untersuchung verschiedene Daten liefert, wie z.B. die direkt gemessene Sauerstoffaufnahme, Laktatwerte und die tatsächlich erbrachte Leistung. Qualitativ hochwertig heißt aber auch, dass der Leistungsdiagnostiker diese Daten auch interpretieren und in die Trainingspraxis übertragen kann.

 

 

Ist eine Leistungsdiagnostik im Ergebnis vom Fahrer oder Ausdauersportler beeinflussbar?

Um die Aussagekraft einer Leistungsdiagnostik zu gewährleisten, sollten diese standardisiert sein. So können die Ergebnisse z.B. durch gesundheitliche Beeinträchtigungen, durch die Ernährungssituation und durch im Vorfeld durchgeführtes intensives Training beeinflusst werden. Soweit es die äußeren Umstände es zulassen, sollten deshalb einige wichtige Grundsätze beachtet werden:

  • keine intensiven Einheiten in den letzten 3 Tagen vor der Untersuchung
  • am Tag vor der Untersuchung kein Training, normal und ausreichend Essen, keine Diät oder reduzierte Kost
  • am Testtag kohlenhydratreich und ausgewogen frühstücken/essen (aber am besten wie immer)
  • ab zwei Stunden vor dem Test keinerlei Energiezufuhr mehr (keine Kohlenhydrat-Getränke oder -Riegel), nur noch Wasser trinken

 

Vielen Dank für dieses Gespräch. Zu mehr Informationen über die Leistungstests klicken Sie bitte hier.

 


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Mirco Smerecnik, ist Diplom-Sportlehrer und Gründer von Fokus:Diagnostik.
Als Leistungsdiagnostiker, Trainer und ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Sporthochschule Köln hat er zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Artikel in der Herz-Kreislauf-Forschung. und zur Leistungsdiagnostik veröffentlicht.
Fokus:Diagnostik führt leistungsdiagnostische Untersuchungen im Ausdauersport durch und veranstaltet rund um das Thema Leistungsdiagnostik Workshops & Inhouse Schulungen.


Fokus:Diagnostik
Sebastianusstr. 5
D-52428 Jülich

E-Mail: info@fokus-diagnostik.de
Web: www.fokus-diagnostik.de