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Chris Horner: SRM-Daten Tour of California 2011 und Vorschau Tour de France
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Favoriten auf den Gesamtsieg bei der Tour de France 2011 sind wie im vergangenen Jahr Alberto Contador (Team Saxo Bank - Sungard) und Andy Schleck (Team Leopard Trek). Aber auch Chris Horner konnte bei der Tour 2010 überzeugen. Mit einer sehr konstanten Leistung - vor allem in den Bergen - erreichte er das Ziel in Paris als Zehnter. Und die Saison 2011 verlief bisher noch besser. Als Sieger der Kalifornienrundfahrt erreichte er den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere.

Vier Profis des Team Radioshack haben bewiesen, dass sie sich in den Top 10 oder sogar Top 5 platzieren können. Geleitet von Johan Bruyneel, dem sehr erfahrenen und erfolgreichsten Sportdirektor aller Teams, sind sie für mehr als eine Überraschung gut.

Wir freuen uns, dass uns Chris Horner seine SRM-Daten der Tour of California sowie von seiner letzten langen Trainingseinheit vor der Tour zur Verfügung gestellt. Das ist außergewöhnlich, denn die meisten Fahrer geben nur sehr ungern so umfassend ihre Leistungsdaten preis. Für uns ist das ein Glücksfall und wir hoffen, dass Chris während der Tour auf seinem höchsten Leistungsniveau fahren kann, um mit uns die Daten einer sehr erfolgreichen Tour de France zu teilen.

 

Die Amgen Tour of California 2011 startete in Lake Tahoe. Genauer gesagt, sie startete zunächst nicht, denn die Wetterbedingungen mit Schnee und Temperaturen deutlich unter Null führten zur Absage der ersten Etappe.
Auch die zweite Etappe wurde auf 123 km gekürzt und die Fahrer nahmen in Nevada City die Strecke in Angriff. Den Sprint in Sacramento entschied Ben Swift (Team Sky) nach hervorragender Vorarbeit seines Teams für sich.
Für Chris Horner war dies eine recht entspannte Etappe. Ein Warmfahren für die nächsten Tage mit intensiven 20 min im Finale. Wichtig war es, Stürze und einen Zeitverlust zu vermeiden.

 

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Die letzten 20 Minuten auf einem Rundkurs entsprechen einem klassischen Kriterium - in den Kurven fällt die Tretfrequenz auf Null, um dann mit einem Antritt wieder zu beschleunigen. 307 Watt Durchschnittsleistung - allerdings mit Spitzen bis zu 860 Watt. Nicht wirklich hart, aber sein Ziel war auch nicht der Etappensieg, so dass er sich im Windschatten des Feldes verstecken konnte.

 

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Die dritte Etappe von Auburn nach Modesto war erneut ideal für Sprinter. Bei Gegenwind war es für die Ausreißer schwer, ausreichend Vorsprung herauszufahren. Doch auch für die Fahrer in der Nachführarbeit war dies ein anstrengender Tag. 19 Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe gestellt und auf den Zielrunden in Auburn wurde es etwas hektischer. Chris konnte nur mit Müh und Not einen Sturz vermeiden, als er und Peter Sagan eingeklemmt und Chris' Hinterrad ausgespeicht wurde. Schnell konnte ihm sein Mannschaftskollege Markel Irizar sein Rad geben und Chris beendete das Rennen sicher im Peloton. Die SRM-Daten der letzten 13 Minuten sind also nicht von Chris, sondern von Markel, der mit einem neuen Hinterrad das Rennen fortsetzen konnte. Das erklärt auch die deutlich höheren Maximalwerte.
Den Etappensieg sicherte sich erneut Team Sky - diesmal war es der Neuseeländer Greg Henderson, der damit auch die Führung in der Gesamtwertung übernahm.

 

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Die vierte Etappe dominierte Chris Horner. Zum ersten Mal konnte er eine Etappe bei der Tour of California für sich entscheiden. Damit konnte er sich als Favorit für den Gesamtsieg positionieren. Hervorragend unterstützt von seinen Teamkollegen - speziell dem dreimaligen Gewinner der Tour of California Levi Leipheimer - erreichte Chris solo mehr als eine Minute vor dem Zweiten Andy Schleck das Ziel.
Chris' Durchschnittsleistung lag bei 254 Watt (3,9 W/kg - ausgehend von einem geschätzten Körpergewicht von 65 kg) für mehr als 3 ½ Stunden und einem Kalorienverbrauch von etwa 3.300 Kalorien.

 

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Team Radioshack forcierte schon am ersten Berg des Tages, dem Mount Hamilton das Tempo. Für 22:43 min leistete Chris mehr als 356 Watt (5,6 W/kg) im Windschatten seiner Helfer. Das erklärt, warum die Gruppe bei der Bergwertung nur noch etwa 30 Fahrer groß war. Die grüne Leistungskurve zeigt, dass es nicht eine konstante Belastung war - die Leistung wechselt zwischen 300 und 480 Watt.

 

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Hinauf zur Bergankunft auf der Sierra Road holte Chris zusammen mit Levi den letzten Ausreißer Ryder Hesjedal (Team Garmin Cervélo) 3,2 km vor dem Ziel ein. Leider sind die Geschwindigkeitsdaten und damit auch die Distanz nicht korrekt, da der Geschwindigkeitssensor nicht richtig funktionierte. Das hatte aber keine Auswirkungen auf die Leistungsdaten und die sind bemerkenswert: 434 Watt (6,68 W/kg), Trittfrequenz 74 U/min für 17 Minuten sind absolute Weltklasse. Es erstaunt nicht, dass ihm keiner folgen konnte. Diese Leistung genügte nicht nur zum Etappensieg sondern war auch die Basis für den Gesamtsieg.

 

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Die fünfte Etappe über 217 Kilometer nach Paso Roble war die Längste der diesjährigen Tour. Auch das Profil war nicht einfach, speziell für die Mannschaft des Gesamtführenden, die das Rennen kontrollieren musste. Aber Radioshack bekam Hilfe durch die Teams der Sprinter. Chris konnte im Windschatten ökonomisch mit durchschnittlich 225 Watt 41 km/h schnell fahren. Der Energieverbrauch lag bei 4,400 Kalorien, so dass die Kohlenhydratzufuhr im und nach dem Rennen besonders wichtig war, um sich möglichst schnell zu erholen.

 

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Zeitfahren ist nicht die Spezialdisziplin von Chris Horner. Deshalb hatte er sicher gehörig Respekt vor den 24 Kilometern in Solvang. Aber häufig können Rundfahrer mit guter Form auch im Zeitfahren besser abschneiden als erwartet. Und vermutlich haben Radioshack und Trek nach der guten Leistung bei der Tour de France 2010 auch speziell an der aerodynamischen Position gearbeitet.
Chris startete mit einer hohen Leistung bevor er am Berg seinen Rhythmus fand - immer um 360 Watt (5.5 W/kg). Auf den letzten 700 m des Anstiegs forcierte er noch einmal, um vor der Abfahrt etwas Zeit gut zu machen - 490 W (7.5 W/kg) für 1:25 min. Dann „erholte" er sich kurz, um auf den letzten zwei Kilometern noch einmal richtig zu powern.
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46 km/h und 365 Watt (5.6 W/kg) überquerte er als Sechster mit nur 51 Sekunden Rückstand das Ziel. Schnellster Profi war David Zabriskie (Team Garmin Cervélo).

 

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Die Königsetappe wurde zur Galavorstellung des Team Radioshack. Kein anderes Team konnte der Heimmannschaft Paroli bieten. Team Garmin Cervélo attackierte von Beginn an, um Levi und Chris zu isolieren. Aber ohne Erfolg.
334 Watt (5,1 W/kg) für die ersten 49 Minuten des Rennens mit vielen Belastungswechseln zeigen die Intensität der ersten Phase. An der Spitze bestimmte und kontrollierte Team Radioshack immer das Tempo und führte Levi und Chris auf die letzten Kilometer des Zielberges, Mount Baldy. Dann erhöhten die beiden das Tempo und keiner konnte folgen. Hand in Hand überquerten sie die Ziellinie 43 Sekunden vor den ersten Verfolgern. 360 Watt (5,5 W/kg) für 23:35 Minuten hinauf zur Bergankunft. Eine Meisterleistung des Teams!

 

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Auf der letzten Etappe von Santa Clarita nach Thousand Oaks konnte Chris Horner eigentlich nicht mehr viel passieren. Die Sprinterteams kontrollierten das Finale und der Australier Matthew Goss (Team HTC Highroad) konnte die Etappe für sich entscheiden. Chris leistete, gut geschützt von seinen Teamkollegen, 209 Watt im Durchschnitt. Es war für ihn einer der einfachen Tage der Tour of California 2011.

 

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In der periodischen Übersicht erkennt man alle sieben Etappen auf einen Blick. Dargestellt werden die unterschiedlichen Intensitätsbereiche und Maximalleistungen für definierte Zeitintervalle.
Nahezu 27 Stunden auf dem Rad (einschließlich der Aufwärmphase vor dem Zeitfahren) bei denen etwa 20.700 Kalorien verbrannt wurden.
Die Maximalleistung über 20 Minuten lag bei 404,5 W - daraus kann man auf eine anaerobe Schwellenleistung von etwa 382 Watt (5,9 W/kg) schließen.

Die Verteilung der Intensitätsbereiche ist auch interessant:
6:34 Stunden ohne Leistungsabgabe und fast 5:10 h unter 212 Watt - das ist deutlich mehr als ein Drittel der Gesamtzeit im „Erholungs"bereich - sehr ökonomisch im Windschatten des Fahrerfeldes.
Aber auch die 3:40 Stunden über 460 Watt (>20% über der anaeroben Schwelle) im anaeroben Bereich zeigen die Belastungswechsel zwischen regenerativ und hochintensiv, die typisch sind für ein Radrennen bei den Profis.

 

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Am 25. Juni absolvierte Chris sein letztes langes Training vor der Reise nach Europa. Sechs Stunden, 247 Watt und 2840 Höhenmeter - ein harter Tag auf dem Rad, bei dem er 5.300 Kalorien verbrannte. Die Einheit ist ein deutlicher Beleg seiner guten Form vor der Tour. Nach der Tour of California bestritt er keine weiteren Rennen, sondern bereitete sich mit konzentriertem Training auf die Tour vor.

 

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Chris Horners Leistungsdaten, seine Erfahrung und das Team machen ihn zu einem Geheimtipp der diesjährigen Tour de France. Sein Vorteil könnte auch sein, dass es nur ein Zeitfahren - am vorletzten Tag - gibt. Die Höchstschwierigkeiten in den Pyrenäen und Alpen sind ein Vorteil für ihn. Am wichtigsten: Stürze vermeiden und gesund bleiben.

Wir wünschen Chris alles Gute und viel Erfolg bei der Tour de France 2011!