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Der Entwicklungsprozess des PowerControl 7: Interview mit Peter Rosenland
Peter RosenlandPeter, Du bist der Entwickler des neuen PowerControl 7, das seit vergangener Woche im Verkauf ist. Wie hat der Entwicklungsprozess ausgesehen - von der Planung über die ersten Prototypen bis jetzt zur Produktion der ersten Verkaufsserie?

Es wurde von Radprofis, insbesondere von den Triathleten, immer wieder der Wunsch an uns herangetragen, einen PowerControl anzubieten, der zwischen die Armauflagen eines Aerolenkers passt. Damit war vor etwa anderthalb Jahren die Idee zum PC 7 geboren, da der PC VI - wie auch der PC V - mit seinen 80 mm zu breit dafür ist. Bedingt durch die geringere Größe war es eine Herausforderung bei der Entwicklung des PC 7 auch den Bereich Stromversorgung zu verbessern, da dieser bei PC V und PC VI durch seine Nickel-Metallhydrid-Technologie bereits an den Kapazitätsgrenzen ist.
Die Zusammenarbeit in der Gehäuse- und Elektronikentwicklung ist sehr wichtig, um einen möglichst einfachen Produktionsprozess zu gewährleisten. Ich arbeite also mit Christoph Adels zusammen, der unsere 3D-Modelle anfertigt. Stellt er fest, dass eine Änderung am Gehäuse aus design- oder handhabungstechnischen Gründen gemacht werden muss, so passe ich meinerseits die Elektronik dementsprechend an.
Haben Gehäuse und Elektronik den grundlegenden Entwicklungsprozess durchlaufen, fertigen wir die sogenannte Nullserie an. Diese wird an ausgewählte Teams und Radfahrer vergeben, um die Kinderkrankheiten auszumerzen, bevor die Planung für die Serienproduktion beginnt.
Im abschließenden Schritt werden die finalen Produktionsdaten an unsere Zulieferer übergeben, die die Platinen bestücken sowie die Spritzgussform für die Gehäuse herstellen.
In dieser Zeit sorgt Stefan van Kempen, der verantwortlich für unseren Einkauf ist, dafür, dass die von uns geplanten Materialien wie Akkus, Schrauben etc. für die Serienproduktion vorhanden sind.


htc-2010-majorca1sRadprofis wie die Fahrer des Team HTC-Columbia wurden schon frühzeitig mit Prototypen des PC 7 ausgestattet. Wie hilft Dir das beim Entwicklungsprozess?

Radprofis und Coaches haben höchste Ansprüche an die Qualität des Produkts und an die gemessenen Daten. Das macht es für beide Seiten nicht immer einfach.
Die Profis möchten ein Werkzeug, das immer funktioniert - plug and play sozusagen. Wir versuchen das möglich zu machen, bei Prototypen kann es aber auch Probleme geben.
Wenn etwas nicht wie gewünscht funktioniert, führt das manchmal zu Diskussionen und auch Frustration. Sowohl bei den Sportlern als auch bei mir, denn nicht immer bleibt Kritik sachlich und die Beschreibung der Probleme ist manchmal etwas unklar.
Kritik und Anregungen sind aber im Entwicklungsprozess sehr wichtig. Deshalb bin ich auch allen Beta-Testern unseres Prototyps sehr dankbar. Gerade die Radprofis testen Hard- und Software unter extremsten Bedingungen.
Erst wenn hier alles funktioniert, ist der Entwicklungsprozess so weit, dass die Produktion für den Verkauf beginnen kann.

 

Was sind aus Deiner Sicht die wichtigsten Neuerungen?

Wir haben einerseits versucht gute Eigenschaften des Gerätes zu erhalten wie das gut ablesbare Display und die einfache Menüführung mit nur drei Funktionstasten, wir haben aber auch einige Neuerungen hinzugefügt.
Es wurde ein Bewegungssensor integriert, damit sich das Gerät selbstständig einschalten kann. Die 4-polige USB-Buchse wurde gegen eine Standard Mini-USB-Buchse getauscht. Somit ist es nun möglich, das Gerät mit handelsüblichen Kabeln auszulesen und zu laden. Mit dem neuen Lithium-Polymer-Akku setzen wir beim PC 7 auf die neueste Technik: geringes Gewicht und trotzdem ausreichend Energie. Trotz etwa gleichem Stromverbrauch von PC VI zu PC 7 und geringerer Größe des Akkus erreichen wir etwa die vierfache Akkulaufzeit, zirka 120 Stunden.

 

Was wurde bewusst nicht integriert und warum?

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Wir haben bewusst kein GPS integriert, da die Stromaufnahme der derzeit erhältlichen GPS-Chipsätze immer noch relativ hoch ist. Es war uns wichtiger, die Akku-Laufzeit deutlich zu erhöhen. So verhält es sich auch mit einer Hintergrundbeleuchtung für das Display.

 

Wenn man ein technisches Produkt entwickelt, kommen im Verlauf auch Ideen, die nicht mehr umgesetzt werden können - aufgrund der technischen Möglichkeiten, aus Zeit- oder Kostengründen. Was könntest Du Dir in Zukunft noch vorstellen? Hast Du schon Ideen für ein PowerControl 8 und wann meinst Du, könnte das umgesetzt werden?

Die Entwicklungszeit bis zur Produktionsreife eines neuen PowerControls dauert etwa 2 Jahre. Man wird also innerhalb der nächsten drei Jahre mit einer neuen Version rechnen können.
Wir haben schon wieder viele neuen Ideen für die nächste Version, wie zum Beispiel ein grafisches Display, um Menüs und Einstellung variabler und einfacher darstellen zu können.
Wir überlegen außerdem, das neue Gerät abwärts kompatibel zu machen, um die PowerControl-Versionen, die auf unserer Sensorkabel-Technologie basieren, zu ersetzen. Da die PowerMeter sehr langlebig sind, würden auch die Kunden, die bereits eine Kabelversion besitzen, von den Neuerungen profitieren.