Tour de France 2011 - Analyse der 19. Etappe - Alpe d'Huez
Alpe d'Huez ist mit Sicherheit nicht der anspruchsvollste Berg der Tour de France. Trotzdem sind die 13,8 Kilometer und 1,127 Höhenmeter immer ein Höhepunkt im Verlauf der Rundfahrt. Jede der 21 Kurven hinauf in das Bergdorf trägt den Namen von mindestens einem Etappensieger in Alpe d'Huez. Schon Tage vor der Etappe besetzten Fans die besten Plätze entlang des Aufstiegs. Überall, wo nur die geringste Möglichkeit besteht, sein Wohnmobil zu parken oder sein Zelt aufzustellen, wird campiert. Und wenn dann die Fahrer den Anstieg erreichen, fahren sie in eine Wand von Zuschauern. Es ist laut, verrückt und immer wieder erstaunlich, dass keiner der durchgeknallten, wahrscheinlich alkoholisierten Fans, die direkt neben den Fahrern laufen, stolpert und einen Profi vom Rad reißt. Platzangst darf ein Profi auf jeden Fall nicht haben.
Tour de France 2011 - Analyse der 18. Etappe - Königsetappe
Es war eine grandiose Etappe! Team Leopard Trek hatte eine spezielle Strategie für diese Etappe entwickelt und konnte sie optimal umsetzen. Andy Schleck konnte die Königsetappe gewinnen und die Aussichten auf einen Toursieg haben sich deutlich verbessert.
Das Team Leopard Trek übernahm von Beginn an die Initiative und schickte zwei Fahrer als „Satelliten" in die Fluchtgruppe - Joost Posthuma und Maxime Monfort. Andy Schlecks frühe Attacke am Col d'Izoard überraschte die Konkurrenz und keiner folgte ihm. Joost unterstützte Andy im letzten Teilstück des Col d'Izoard und Maxime wartete in der Abfahrt in Richtung Briancon. In Maximes Windschatten konnte Andy zwischen dem Col d'Izoard und dem Col du Galibier wertvolle Körner sparen. Maxime leistete heute entscheidenden Anteil am Erfolg. Seine Leistung auf der Abfahrt und in der leicht ansteigenden Gegenwindpassage war enorm wichtig. Die Verfolger konnten auf den fast 40 Kilometern, die Maxime für Andy arbeitete, keine Zeit gutmachen.
Team Leopard Trek profitierte auch von der Uneinigkeit der Konkurrenten bei der Verfolgung. Keiner der Verfolger wollte oder konnte sich mit 100% bei der Nachführarbeit einsetzen. Letztlich war es Cadel Evans (Team BMC), der sich vor das Feld spannte. Auf den letzten zehn Kilometern hinauf zum Ziel wurde es zu einem Duell zwischen Evans und Andy Schleck. Cadel konnte die Lücke zwar nicht schließen aber den Schaden in Grenzen halten.
In der Gesamtwertung hat Andy Schleck jetzt fast eine Minute Vorsprung auf Cadel, was die morgige Etappe nach Alpe d'Huez noch interessanter macht. Die beiden Schlecks müssen den Vorsprung weiter ausbauen, um im Zeitfahren den möglichen Toursieg nicht wieder zu verlieren. Cadel Evans ist ein sehr guter Zeitfahrer und Thomas Voeckler (Team Europcar) wird sich auch nicht kampflos geschlagen geben.
Tour de France 2011 - Analyse der 17. Etappe nach Pinerolo
Heute war die Tour auf Italienreise. Aber es waren nicht die italienischen Profis, die Akzente setzten - es war erneut ein Tag der Norweger. Gestern noch Zweiter hinter seinem Landsmann Thor Hushovd (Team Garmin Cervélo) erreichte Edvald Boasson Hagen (Team Sky) heute solo das Ziel. Es war der zweite Etappensieg für Edvald und der vierte Erfolg für die beiden Norweger bei der Tour. Die Freude der Fernsehkommentatoren kannte keine Grenzen.
Die Gesamtwertungsfahrer im Peloton wollten sich heute nicht mehr von Alberto Contador (Team Saxo Bank - Sungard) überraschen lassen. Team Liquigas Cannondale erhöhte an der Côte de Primartino das Tempo, so dass nur noch zwanzig Fahrer folgen konnten. Auf der schnellen, engen Abfahrt konnte sich Alberto Contador (Team Saxo Bank - Sungard) zusammen mit Samuel Sanchez (Team Euskaltel) aus der Gruppe lösen und beweisen, dass sie über fantastische Abfahrkünste verfügen. Die Gruppe hinter dem Duo, unter anderem mit Cadel Evans (Team BMC) und Schleck-Brüdern (Team Leopard Trek) organisierte sich auf dem letzten Flachstück um Contador und Sanchez kurz vor dem Ziel wieder einzuholen. Thomas Voeckler (Team Europcar) hatte unglaubliches Glück, als er einen Sturz vermeiden konnte, indem er auf eine Terrasse ausweichen konnte. Mit nur 27 Sekunden Rückstand hielt er den Zeitverlust auf die Gruppe mit Evans in Grenzen und überquerte zusammen mit Ivan Basso (Team Liquigas Cannondale) die Ziellinie.
Nach 2 ½ Wochen Tour de France, zwei schweren Etappen nach dem Ruhetag stehen die drei entscheidenden Etappen für die Gesamtwertung an. Jede kleinste Schwäche kann entscheidend sein. Ein ganz wichtiger Faktor ist das Team. Wer als Gesamtwertungsfahrer noch starke Helfer am Galibier bei sich hat, um Windschatten zu geben, Löcher zu zu fahren oder die Konkurrenz unter Druck zu setzen, hat einen wesentlichen Vorteil.
Chris Anker Soerensen ist einer der Fahrer, die diese Helferfähigkeit besitzen. Heute begleitete er Alberto Contador bis etwa zwei Kilometer vor dem Gipfel der Côte de Primartino. Seine Durchschnittsleistung für die Etappe waren 236 Watt bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 140/min. Der Kalorienverbrauch lag bei 3.260 kcal.
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Chris Anker benötigte 18:13 min auf die Côte de Primartino bei durchschnittlich 371 Watt. Die Herzfrequenz lag bei 169/min mit einem Maximum von 180/min. Nach mehr als zwei Wochen Rundfahrt ist die maximale Herzfrequenz bei den meisten Fahrern aufgrund der zunehmenden Erschöpfung meist heruntergeregelt. Wie bei einem Drehzahlbegrenzer lässt der Körper keine maximalen Frequenzen mehr zu. Chris Anker scheint aber noch nicht so ermüdet zu sein. Hoffen wir, dass er fit genug ist, um in den nächsten beiden Tagen Akzente zu setzen.
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Markel Irizar (Team Radioshack) versuchte sich heute wieder zu Beginn der Etappe einer Fluchtgruppe anzuschließen. Die Intensität bis km 60 war entsprechend hoch. Dann hatte sich eine Gruppe mit einem Radioshack-Fahrer abgesetzt, so dass Markel „ruhig" im Peloton mitfahren konnte um Energie für die letzten Tage zu sparen.
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Tour De France 2011, 17. Etappe
M. Irizar
C.A. Soerensen
Distanz [km]
178.4
174.6
Zeit [h:min:sec]
4:27:21
4:26:00
Leistung [W]
266
236
Herzfrequenz [Schläge/min]
121
140
Geschwindigkeit [km/h]
40
39.4
Trittfrequenz [U/min]
69
72
Höhenmeter [m]
2.705
2.717
Energieverbrauch [kJ]
4.269
3.760
Maximalleistung [W]
1 sec
1.018
1.004
10 sec
835
905
40 sec
594
545
1 min
542
519
4 min
463
439
10 min
427
402
20 min
400
373
60 min
308
282
Tour de France 2011 - Analyse der 16. Etappe nach Gap
Der Start in die dritte Tourwoche war auch die "Ouvertüre" für die Alpenetappen. Eine kurze Etappe, fast ständig bergan mit nur wenigen Abfahrten - das war die Rezeptur für eine animierte Etappe. Die schwierige Abfahrt ins Ziel - noch gefährlicher durch die regennasse Straße - erhöhte die Dramaturgie.
Mit hoher Geschwindigkeit wurde die Etappe gestartet und es dauerte über hundert Kilometer, bis eine Gruppe von Fahrern ausreißen konnte. Sie erraten sicher, wer in der Fluchtgruppe dabei war? Jérémy Roy (Francaise Des Jeux), zusammen mit neun weiteren Begleitern, die sich entscheidend vom Fahrerfeld absetzen konnten. Am letzten Berg, dem Col de Manse, lösten sich Thor Hushovd (Team Garmin Cervélo) zusammen mit seinem Mannschaftskameraden Ryder Hesjedal und Edvald Boasson Hagen (Team Sky). Die weiteren Fahrer der Gruppe konnten nicht folgen und auf der Zielgeraden setzte sich der Weltmeister Thor Hushovd gegen seinen norwegischen Landsmann Edvald Boasson Hagen durch.
Tour de France 2011 Special - André Greipels Sprint zum Etappensieg in Carmaux
Am letzten Ruhetag vergangenen Montag konnten wir Ihnen die SRM-Daten von André Greipels Sprint im Finale der siebten Etappe präsentieren. Heute können wir das noch steigern. André hat uns die Daten seines Sieges bei der zehnten Etappe gemailt. Es war sein erster Sieg bei der Tour de France. Ein fantastischer Sprint zum bisher größten Erfolg seiner Karriere.
Verglichen mit seinen anderen Sprints bei der Tour, die André als Zweiter (11. Etappe) und Dritter (7. Etappe) beendete, konnte das Team HTC Highroad bei dieser Etappe den gewohnten, perfekten Zug für Mark Cavendish nicht aufbauen.