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Alpe d'Huez ist mit Sicherheit nicht der anspruchsvollste Berg der Tour de France. Trotzdem sind die 13,8 Kilometer und 1,127 Höhenmeter immer ein Höhepunkt im Verlauf der Rundfahrt. Jede der 21 Kurven hinauf in das Bergdorf trägt den Namen von mindestens einem Etappensieger in Alpe d'Huez. Schon Tage vor der Etappe besetzten Fans die besten Plätze entlang des Aufstiegs. Überall, wo nur die geringste Möglichkeit besteht, sein Wohnmobil zu parken oder sein Zelt aufzustellen, wird campiert. Und wenn dann die Fahrer den Anstieg erreichen, fahren sie in eine Wand von Zuschauern. Es ist laut, verrückt und immer wieder erstaunlich, dass keiner der durchgeknallten, wahrscheinlich alkoholisierten Fans, die direkt neben den Fahrern laufen, stolpert und einen Profi vom Rad reißt. Platzangst darf ein Profi auf jeden Fall nicht haben.
Die heutige Etappe war kurz und aktionsgeladen. Vom Start weg war höchste Aufmerksamkeit gefragt. Alberto Contador attackierte schon 92 Kilometer vor dem Ziel und eröffnete den Großkampftag. 109,5 Kilometer voller Spannung und ein Überraschungssieger in Alpe d'Huez: Der erste französische Etappensieg der diesjährigen Tour - Pierre Roland, Thomas Voecklers Teamkollege im Team Europcar. Schon gestern hatte er an der Seite von Thomas entscheidend zur Verteidigung des gelben Trikots beigetragen. Das 24-jährige Riesentalent war damit einer der besten Fahrer der dritten Tourwoche. Der Erfolg in Alpe d'Huez wird in die Radsportgeschichte eingehen, nicht nur weil die Kurve 16 jetzt nach Pierre Roland benannt wird.
Chris Anker Soerensen (Team Saxo Bank - Sungard) setzte die erste, strategisch wichtige Attacke. Am Fuß des Col du Télégraph beschleunigte er mit einer Maximalleistung von 840 Watt. Das Team Leopard Trek reagierte und erhöhte an der Spitze des Feldes das Tempo. Drei Minuten nach Chris Anker attackierte dann Alberto Contador und schloss sehr schnell zu seinem Mannschaftskameraden auf. Etwa 20 Sekunden blieb Alberto am Hinterrad von Chris Anker, dann übernahm Daniele Navarro, ein weiterer Saxo Bank - Sungard Fahrer, die Führung. Chris Anker konnte nicht weiter beschleunigen und schloss sich der ersten Verfolgergruppe an. Chris Ankers Durchschnittsleistung während der 6:50 min vor dem Feld lag bei 433 Watt (6.7 W/kg), seine Herzfrequenz stieg von 139 auf 170 Schläge/min. Das war auch seine maximale Herzfrequenz am heutigen Tag - nach drei Wochen Rundfahrt und vor allem mit drei schweren Alpenetappen in den Beinen erreichte er nicht mehr die gewohnten Maximalwerte, wie zu Beginn der Tour. Die Leistungsdaten am Col du Télégraph geben einen guten Hinweis, mit welcher Leistung Alberto Contador während dieser Etappe unterwegs war.
Chris Anker konnte sich im ersten Fahrerfeld festsetzen und die Bergwertung mit einer Durchschnittsleistung von 383 Watt (6 W/kg) nach 32:13 min überqueren.
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Gestern hatte die Tour den Col du Galibier von Südosten aus Richtung Briancon kommend überquert. Heute kletterten die Fahrer aus Richtung Norden kommend über den Galibier. Für das wunderschöne Valloire hatten sie dabei keinen Blick. Das Rennen war schnell und ambitioniert. Mit 20 km/h bewältigte Chris Anker den 16,7 km langen Aufstieg und die 1.100 Höhenmeter. Seine Durchschnittsleistung lag bei 332 Watt (5,2 W/kg) obwohl er im Windschatten des Feldes unterwegs war.
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Ab Bourg d'Oisans, dem Ort am Einstieg zum 13,8 Kilometer langen Anstiegs nach Alpe d'Huez wählte Chris Anker sein eigenes Tempo. Er benötige bis ins Ziel 47:10 min. Verglichen mit Marco Pantanis Rekord von 1997 (37:35 min) war dies fast 10 Minuten langsamer. Für Chris Anker waren die 341 Watt (5,3 W/kg) etwas unter seiner Schwellenleistung. Er überquerte die Ziellinie 12:44 min nach Pierre Roland und wurde damit 52ter der Etappe.
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Obwohl Jérémy Roy heute nicht in einer Fluchtgruppe war, beweisen die 297 Watt, wie intensiv er fahren musste. Speziell am Col du Télégraphe war er mit 407 Watt (5.9 W/kg) Durchschnittsleistung am Limit. Nach Alpe d'Huez kletterte Jérémy dagegen mit mittlerer Intensität, zu Beginn mit etwa 375 Watt (5,4 W/kg), dann aber etwas lockerer. Er benötigte 48:37 min bei durchschnittlich 347 Watt (5 W/kg).
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Markel Irizar (Team Radioshack) beendete die heutige Etappe im Gruppetto 25:27 min nach Pierre Roland. Er wollte die Etappe mit dem geringst möglichen Einsatz hinter sich bringen. Nach drei Wochen im Sattel auch nur zu verständlich. Seine Durchschnittsleistung lag bei 265 Watt bei einer Herzfrequenz von 125/min. Am Col du Télégraphe war seine Leistung aber trotzdem mit 385 Watt (5,4 W/kg) nahe seiner Schwelle. Die hohe Intensität zu Beginn des Anstiegs - 6 Minuten mit durchschnittlich 453 Watt (6.3 W/kg) und vielen Antritten über 600 Watt - ließen seine Herzfrequenz von 111 auf 154/min schnellen und es dauerte im Verlauf des Anstiegs einige Zeit, bis sie sich wieder an die geringere Intensität anpasste. Die Daten vom Col du Galibier und Alpe d'Huez geben einen Eindruck der Leistung, mit der das Gruppetto die Berge fährt. Markel benötigte am Galibier 332 Watt (4,6 W/kg) bei einem Durchschnittspuls von 140/min und hinauf nach Alpe d'Huez für 54:59 min 312 Watt (4.3 W/kg) mit einem Puls von 136/min.
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Jetzt warten wir gespannt auf den großen Showdown in Grenoble. Wie hoch ist der Preis für die hochintensiven, fantastischen Alpenetappen? Wie macht sich die kumulierte Müdigkeit der dreiwöchigen Rundfahrt bemerkbar? Konnten Fabian Cancellara (Team Leopard Trek) und Toni Martin (Team HTC Highroad) als Zeitfahrspezialisten die Belastungen wegstecken? Werden die Schlecks das erste Brüderpaar, das einen Doppelsieg bei der Tour de France feiern kann oder kann ihnen Cadel Evans - theoretisch der bessere Zeitfahrer - einen Strich durch die Rechnung machen?
| Tour De France 2011, 19. Etappe |
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J. Roy
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M. Irizar
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C.A. Soerensen |
| Distanz [km] |
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109.5 |
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109.5 |
|
108 |
| Zeit [h:min:sec] |
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3:30:14 |
|
3:39:26 |
|
3:26:13 |
| Leistung [W] |
|
297 |
|
267 |
|
282 |
| Herzfrequenz [Schläge/min] |
|
|
|
125 |
|
148 |
| Geschwindigkeit [km/h] |
|
31.2
|
|
29.9 |
|
31.4 |
| Trittfrequenz [U/min] |
|
73 |
|
64 |
|
73 |
| Höhenmeter [m] |
|
3.064 |
|
3.050 |
|
3.059 |
| Energieverbrauch [kJ] |
|
3.749 |
|
3.510 |
|
3.493 |
|
|
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|
|
|
|
| Maximalleistung [W] |
|
|
|
|
|
|
| 1 sec |
|
990 |
|
1.039 |
|
850 |
| 10 sec |
|
622 |
|
808 |
|
750 |
| 40 sec |
|
529 |
|
565 |
|
548 |
| 1 min |
|
496 |
|
484 |
|
518 |
| 4 min |
|
465 |
|
472 |
|
451 |
| 10 min |
|
430 |
|
432 |
|
413 |
| 20 min |
|
417 |
|
403 |
|
393 |
| 60 min |
|
370 |
|
358 |
|
347 |
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