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XTerra Weltmeisterschaften 2011 - SRM-Daten des Weltmeisters Michi Weiss
xterra-logoXTerra - das sind 1,5 km Schwimmen im Meer, 29,5 km Mountainbike und 9,8 km Geländelauf. Die Weltmeisterschaften auf Maui sind das größte Event einer Serie von etwa 100 XTerra-Triathlons in 16 Ländern.

Zwei Wochen nach den Ironman Weltmeisterschaften in Kona treffen sich viele Athleten hier wieder, um an diesem prestigeträchtigen Wettkampf teilzunehmen, der erstmals 1996 ausgetragen wurde. In diesem Jahr war die Aufmerksamkeit durch das XTerra-Debüt von Lance Armstrong deutlich höher. Seine Leistung war beeindruckend. An fünfter Stelle liegend kam er aus dem Wasser und konnte nach wenigen Kilometern auf dem Mountainbike die Führung übernehmen.

Der Ironman- und frühere Mountainbike-Profi Michi Weiss konnte zu Lance aufschließen und attackierte ihn nach etwa 23 km, um sich dann abzusetzen. Während Lance durch einen schweren Sturz kurz vor der Wechselzone viel Zeit verlor, mobilisierte Michi mit der Wut über sein Ausscheiden beim verpatzten Ironman in Kona alle Kräfte. Mit 45 Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolger auf die Laufstrecke gestartet, konnte er seine Führung bis ins Ziel verteidigen. Zweiter wurde Dan Hugo vor dem mehrfachen XTerra-Weltmeister Eneko Llanos.

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Sehr interessant ist ein Vergleich der SRM Daten von Michi Weiss auf der XTerra MTB-Sektion mit seinen Daten der diesjährigen Halfironman Weltmeisterschaft in Las Vegas. Die Daten zeigen sehr deutlich die Beanspruchung bei Mountainbike Rennen, die sich deutlich vom Langdistanz-Triathlon unterscheiden. Beim XTerra wechseln sich häufige, kurze Leistungsspitzen mit technisch anspruchsvollen Abfahrten ab, während beim Ironman auf der Straße die beste Aeroposition und gleichmäßige Leistungsabgabe entscheidend sind.

Da das XTerra Mountainbikerennen sowohl in Distanz als auch Dauer deutlich kürzer ist, als ein Halfironman, können natürlich nur begrenzt Vergleiche herangezogen werden.
Die wesentlichen Unterschiede erkennt man auf den ersten Blick. Beim XTerra weist die grüne Leistungskurve deutlich höhere Ausschläge auf als beim Ironman, obwohl die Kurve schon um 1 % geglättet ist. Die Durchschnittsleistung beim Ironman ist mit 370 Watt (4,7 W/kg) deutlich höher als beim XTerra mit 344 Watt (4,4 W/kg).
Bei Leistungsspitzen weit über der individuellen anaeroben Schwelle spielen Ermüdung und schnelle Regeneration eine entscheidende Rolle. 26,4 % der Wettkampfzeit beim XTerra drückte Michi mehr als 390 Watt und 25 % der Zeit "rollte" er mit weniger als 120 Watt. Das sind ganz andere physiologische Belastungen als beim Ironman, bei dem Michi 6,1 % der Zeit über 390 Watt lag und nur 2,1 % der Zeit mit weniger als 120 Watt unterwegs war - übrigens auch ein Beleg seiner hervorragenden Pacing-Strategie im Ironman, die darauf zielte, möglichst wenig im anaeroben Bereich zu fahren.

Ein weiterer Aspekt, den man beim Mountainbike Rennen berücksichtigen muss, ist die geringere Effizienz der Leistung im Vergleich zum Zeitfahren. Auf dem Zeitfahrrad versucht der Sportler in aerodynamisch perfekter Position möglichst gleichmäßig mit seiner optimalen Trittfrequenz zu treten. Dabei kann er einen Wirkungsgrad von bis zu 25 % erreichen. Das bedeutet, dass 25 % der Energie auch wirklich als messbare Leistung auf die Pedale gebracht werden, die übrigen 75 % der umgesetzten Energie gehen als Abwärme verloren. Beim Mountainbiken ist die Effizienz geringer, da z. B. bei schwierigen technischen Abfahrten ohne zu treten die Rumpfmuskulatur viel mehr Stabilisationsarbeit leisten muss als beim Zeitfahren. Die Trittfrequenz und die Leistung sind trotz der Anstrengung gleich null.
Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen kann man davon ausgehen, dass beim Ironman die gemessenen 2.948 kJ in etwa den verbrannten Kilokalorien entsprechen (1 kcal = 4,18 kJ, bei 25 % Wirkungsgrad bedeutet dies, dass für 1 kJ gemessene mechanische Energie 1 kcal physiologische Energie verbrannt wird).
Auf dem Mountainbike ist der Wirkungsgrad stark abhängig vom Parcours, den technischen Fähigkeiten und der Fitness des Athleten. Deshalb liegt Michis Energieverbrauch auch höher als die 1,594 kJ mechanische Energie während der 1:17 h auf dem MTB.

 

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In der Ansicht der statischen Kurven sieht man ebenfalls sehr deutlich die Unterschiede in der Beanspruchung. Während die grüne Verteilungskurve der Leistung beim Ironman zum Bereich der anaeroben Schwelle zwischen 380 und 415 Watt hoch und eng zuläuft, ist beim XTerra kaum eine Spitze zu erkennen. Ähnlich ist dies auch bei der blauen Trittfrequenzkurve.

 

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Um Lance Armstrong zu attackieren wartete Michi auf die ideale Sektion des Parcours. Er wartete bis nach einer kurzen Abfahrt und konnte so den Schwung nutzen, um mit 1.440 Watt (18.2 W/kg) anzutreten und sich mit einer Durchschnittsleistung von 614 Watt (7,8 W/kg) über 30 Sekunden im Anstieg abzusetzen. Zwei Wochen nach seinem Saisonhöhepunkt in Kona verfügte er über eine sehr gut trainierte Ausdauer und war ausreichend erholt für den XTerra. Deshalb konnte er das Tempo weiter hoch halten und hat mit einer guten Laufleistung in 43:54 min beim 10 km-Geländelauf seinen Erfolg gesichert.

 

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XTerra Maui 2011
Ironman 70.1 Las Vegas


23. Oktober 2011
11. September 2011
Distanz [km]
26.5
90.4
Zeit [h:min:sec]
1:17:17
2:12:38
Leistung [W]
344
370
Geschwindigkeit [km/h]
20.6
40.9
Trittfrequenz [U/min]
72
88
Höhenmeter [m]
785
Energieverbrauch [kJ]
1.593
2.948





Maximalleistungen [W]




10 sec
866
628
1 min
519
479
4 min
460
380
10 min
394
372
20 min
381
360
60 min
355
347

 

Herzlichen Glückwunsch Michi und viel Erfolg für die nächsten Wettkämpfe!

 

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