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Sprint Männer
Der Bahnsprint der Männer ist eine der spektakulärsten und spannendsten Entscheidungen auf der Bahn. Fernsehreporter sprechen häufig von einem „Katz und Maus Spiel" und gehen davon aus, dass einer der Athleten eine Maus ist. In Wirklichkeit gleicht es aber mehr einem Kampf „Wolf gegen Wolf", bei dem jeder der Fahrer sein Territorium absteckt und sich anpirscht, um am Ende anzugreifen.

Zunächst müssen die Fahrer 200 Meter mit fliegendem Start fahren, die Zeit bestimmt, gegen welchen Gegner sie danach antreten müssen. Für dieses kurze Zeitfahren fahren sie zunächst einige Runden am oberen Rand der Bahn, um dann mit maximalem Einsatz vom höchsten Punkt der Bahn hinabzutauchen und auf der schwarzen Linie (sie markiert die kürzeste Distanz auf der Bahn) 200 Meter zurückzulegen.

Der eigentliche Sprint Mann gegen Mann über drei Runden beginnt in der Regel sehr langsam. Jeder der beiden Fahrer versucht den Gegner in eine Position zu bringen, die diesem nicht liegt und gleichzeitig selbst die möglichst beste Ausgangsposition zu behaupten. Dazu muss man viel über Stärken, Schwächen und Persönlichkeit des Gegners wissen - zum Beispiel auch, mit welchem Bein er normalerweise seinen Sprint beginnt.

Die meisten Fahrer versuchen so lange wie möglich langsam zu fahren, um Energie für den Sprint zu sparen. Eine Möglichkeit ist es, auf der Bahn ganz nach oben zu fahren und den Gegner an die Bande zu drängen, teilweise bis zum vollständigen Stillstand. Das ist für eine kurze Zeit erlaubt und soll den Gegner dazu bringen den ersten „Schritt" zu tun. Nur wenn das „Stehen auf der Bahn" zu lange dauert, stoppen die Rennkommissare das Rennen und starten erneut.

Im Finale des Rennens wird einer der beiden Fahrer versuchen auszureißen, sobald er das Gefühl hat, in einer guten Position zu sein und diese bis zum Ziel zu halten. Einige Fahrer können länger sprinten als andere und werden deshalb versuchen, diesen Vorteil zu nutzen. Andere haben einen gewaltigen aber kurzen Sprint und werden so lange wie möglich abwarten.

Wie hoch sind die Leistungen und Geschwindigkeiten der Fahrer? Wir können Ihnen die Daten eines Fahrers präsentieren, der schon einmal ein Weltcuprennen gewonnen hat (die vorliegenden Daten sind allerdings nicht von diesem Wettkampf).

Zunächst ein Blick auf das 200m Qualifikationsrennen:

  • Vom Beginn der Beschleunigung bis zur Ziellinie vergehen etwa 22 Sekunden mit einer Durchschnittsleistung von 1.184 Watt.
  • Die Maximalleistung liegt bei 1.894 Watt, 3 ½ Sekunden vor Beginn der 200 Meter.
  • Die Durchschnittsleistung auf den 200 Metern liegt bei 975 Watt, die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 70,95 km/h.
  • Die durchschnittliche Tretfrequenz in den etwa 10,5 Sekunden für 200 Meter ist 148 U/min.

Man sieht sehr gut, dass die größte Anstrengung noch vor den 200 Metern erbracht wird, um das Maximum an Geschwindigkeit und Trittfrequenz zu erreichen, noch bevor die offizielle Zeitnahme beginnt.

wc-sprint-men-flying-200Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Im Sprint Mann gegen Mann unterscheiden sich die Kurven je nach Taktik des Rennens, am Ende ist es aber immer ein Sprint.
Betrachten wir einen Sprint vom gleichen Wettkampftag:
  • Die Geschwindigkeit auf den ersten 100 Metern war sehr langsam - 10km/h oder weniger.
  • Auf den 2ten 100 Metern steigert sich die Geschwindigkeit nach kurzzeitigen 575 Watt auf 25 km/h.
  • Die Geschwindigkeit fällt erneut ab, um nach einer Steigerung der Leistung 55 km/h zu erreichen.
  • Mit einem explosiven Antritt - 1.781 Watt (immer noch nicht seine Maximalleistung), erhöht er die Geschwindigkeit auf 67 km/h und die Trittfrequenz auf 148 U/min
  • Beim endgültigen Sprint etwa 100 Meter vor dem Ziel erreicht der Fahrer 1.898 Watt und 70,7 km/h.

Die Leistung und die Geschwindigkeit des Sportlers sind enorm, aber am meisten beeindruckt, wie gut er seine Leistungsabgabe und sein Rad im Griff hat. Bahnsprinter haben mit die beste Radbeherrschung, sie verlieren auch bei etwa 70 km/h und Körperkontakt mit dem Gegner nicht die Kontrolle über ihr Rad.

wc-sprint-men-raceZum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

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