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Handbike
duesseld21
Foto: Arno Becker

Für Zuschauer von Stadtmarathons ist es immer wieder verblüffend, die Handbiker auf ihren HighTech-Fahrzeugen zu sehen. Die Athleten erzielen lediglich mit der Kraft aus dem Oberkörper Geschwindigkeiten, die sich kaum von Radrennfahrern unterscheiden.

Aerodynamik und Gewicht sind wesentliche Faktoren, um erfolgreich an Handbike Wettkämpfen teilnehmen zu können, weshalb die Sportler nur ganz knapp über der Fahrbahn liegen. Entscheidend ist aber wie in den meisten Sportarten das Training. Die Trainingsumfänge von 10 bis 25 Wochenstunden - je nach Trainingsperiode allgemein oder spezifisch - erfordern eine optimierte Trainingssteuerung. Kein Wunder also, dass viele Handbiker im Training und Wettkampf mit SRM-Systemen die Belastung steuern.

Aufgrund der unterschiedlichen Behinderungen und den entsprechenden unterschiedlichen Möglichkeiten der Athleten wurden bei den Handbikern bis 24.7.2009 drei Klassen unterschieden, in der aktuellen Klassifikation sind es vier siehe (www.uci.ch).

Der libanesische Paralympic-Teilnehmer Edward Maalouf trainiert seit Ende 2007 mit einem SRM-System. Mit Dr. Ralf Lindschulten (www.lindschulten.de) steuert Edward sein Training und passt die Leistungsbereiche entsprechend der Ergebnisse leistungsdiagnostischer Untersuchungen an.

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Bei den Paralympics in Peking war Edward sowohl beim Zeitfahren als auch im Straßenrennen der Klasse B am Start. Trotz gesundheitlicher Probleme mit einem Druckgeschwür (Dekubitus) belegte er jeweils den hervorragenden dritten Platz und konnte so mit zwei Bronzemedaillen nach Hause fliegen (Interviews im SRM-Blog, Teil 1 und Teil 2)

Die SRM-Daten des Zeitfahrens sind sehr ähnlich denen eines Zeitfahrens im Straßenradsport. Edward fuhr mit einer sehr gleichmäßigen Drehfrequenz, erhöhte die Leistung in den Passagen bergauf, besonders zu Beginn des Rennens, um sich dann in den kurzen Passagen bergab wieder zu erholen. Die Herzfrequenz lag sehr konstant im Bereich zwischen 185 und 190 Schlägen pro Minute, maximal erreichte er 194 Schläge/min. Für die 12,1 Kilometer lange Strecke benötigte Edward 22:07 Minuten, was einer Geschwindigkeit von 32,9 km/h entspricht. Dabei leistete er durchschnittlich 221,3 Watt mit einer Drehfrequenz von 77,3 U/min.

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Auch das Handbike-Straßenrennen entspricht in vielem einem Radrennen. Im Vergleich zum Zeitfahren ist der Belastungsverlauf viel wechselhafter, was sich auch in der Drehfrequenz widerspiegelt. Auch die taktischen Elemente eines Straßenrennens, wie z. B. Windschattenfahren, um Energie zu sparen, spielen hier eine Rolle. Aufgrund der Belastungsdauer von über einer Stunde muss auch an die nötige Flüssigkeits- und Energiezufuhr gedacht werden (Gesamtkalorienverbrauch in diesem Rennen: 906 kcal). Die durchschnittliche Leistung lag bei 171 Watt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,4 km/h.

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Der letzte Kilometer des Rennens ist ein gutes Beispiel für eine Sprintvorbereitung in einem Handbikerennen, bei dem das Kurvenfahren nicht so flüssig funktioniert, wie bei einem Straßenrennen. Deshalb ist die Geschwindigkeit 250 m vor dem Ziel fast auf Null. Edward muss dann noch einmal auf 39,7 km/h beschleunigen und bringt dafür 400 Watt für 25 Sekunden auf die Kurbel.

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Max. Leistung Zeitfahren Straßenrennen
2 sec 432,5 W 483,5 W
10 sec 348,8 W 447,9 W
1 min 307,2 W 310,7 W
4 min 261,4 W 244,2 W
20 min 224 W 180,8 W