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Die "Cowes Week" spielt seit 1826 eine wichtige Rolle im britischen Sportkalender und ist eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Sportveranstaltungen. Mit 40 Rennen täglich und mehr als 1000 teilnehmenden Booten ist es die größte Segelregatta weltweit dieser Art.
Für das Team "BMW Oracle", im Februar Gewinner des 33ten America's Cup, haben die Vorbereitungen auf die Titelverteidigung 2013 oder 2014 schon begonnen. Der America's Cup ist die Formel 1 im Wassersport. Mit enormen Budgets ausgestattet werden High Tech Boote entworfen und gebaut, die dann von äußerst erfahrenen, sehr gut eingespielten Teams gesegelt werden. Physische Fitness ist ein wesentlicher Faktor für die Crew - insbesondere beim Kurbeln an der Winsch durch die sogenannten Grinder.

Um den America's Cup zu gewinnen, muss alles bis ins Detail möglichst perfekt sein. Deshalb haben wissenschaftliche Trainingsmethoden auch im Segeln Einzug gehalten. So wird z. B. der SRM Handkurbelergometer für leistungsdiagnostische Tests verwendet. Die nächste Stufe war deshalb logisch: die Verwendung der SRM-Technologie auf dem Schiff - kombiniert mit der Telemetrie, um das Angebot an die Medien zu erweitern, und auch den Zuschauern die Leistung präsentieren zu können.
Zwei SRM-PowerMeter wurden an der Winsch installiert, um die Leistungsdaten des Grinders und des Steuermanns aufzuzeichnen. Sehr wichtig für die Crew war auch die Herzfrequenz, mit der das Verhältnis der Leistung im Oberkörper zur Gesamtbelastung ermittelt wird. Die einfachste Art zur Messung der Gesamtbelastung ist die Aufzeichnung der Herzfrequenz. Weitere Aspekte waren die Erholungszeit (Geschwindigkeit des Herzfrequenzabfalls nach hohen Belastungen) und der Energieverbrauch.
Für SRM war es wichtig zu sehen, ob die Telemetrie, die bei der Tour de France sehr gut funktioniert hatte, auch unter den Bedingungen beim Segeln ihre Aufgabe erfüllen würde.
Simone Stilli und Amy Creed waren auf der Isle of Wight, um das Team BMW Oracle zu unterstützen. Simone ist Softwareingenieur und verantwortlich für die Telemetrie bei SRM. Amy koordiniert das Sponsoring und besondere Projekte wie die Telemetrie bei der Tour de France, IronMan oder beim Segeln.
Nach der Tour de France seid ihr jetzt zur Cowes Week gereist, eine der größten Regattaveranstaltungen im Segeln. Was waren Eure Eindrücke und die wichtigsten Unterschiede?
Amy: Kurz hintereinander bei zwei so großartigen Sportveranstaltungen dabei zu sein, ist ein großartiges Erlebnis. Mit der Erfahrung vom größten, jährlich ausgetragenen Sportevent und jetzt einem der etabliertesten Segelevents ist mir eines klar: die technologischen Innovationen bringen den Sport weiter und binden den Zuschauer stärker mit ein. Telemetrie führt dem Zuschauer die unglaublichen Anstrengungen der Athleten in einer neuen und begeisternden Art vor Augen. Der Zuschauer kann live sehen, wie hoch die Belastungen sind, ob hinauf zum Col du Tourmalet, beim Einholen des Großsegels auf einem Regattaboot oder auf dem Zeitfahrrad am Alii Drive beim IronMan in Kona. Telemetrie bereichert das Erlebnis für den Zuschauer.
Für die meisten Menschen ist Segeln ein ruhiger, fast meditativer Zeitvertreib. Als Sport ist Segeln ganz anders. Simone, Du warst an Bord dabei, was sind Deine Eindrücke?
Simone: Ich war zuvor noch nie an Bord eines Regattasegelboots. Es war beeindruckend! Auf den ersten Blick sieht es hektisch aus, aber man erkennt schnell, wie gut organisiert alles abläuft. Die ganze Crew weiß genau, was zu tun ist. Die Kommunikation ist kurz und knapp. Und die physische Beanspruchung ist hoch. Anders als auf dem Rad sind es kurze, harte Belastungen. Die gemessene Maximalleistung von 1.827 Watt am Handkurbelergometer ist enorm. Die Grinder sind sehr fit und ich denke mit spezifischem Intervalltraining - gesteuert über Leistung und Herzfrequenz - können sie noch weiter verbessern.
Gibt es spezielle technische Herausforderungen im Vergleich zur Nutzung des SRM am Rad?
Simone: Das SRM-System funktioniert sehr gut an der Handkurbel. Die PowerControls haben wir ebenfalls daran fixiert, so dass die Grinder beim Kurbeln ihre Leistungsdaten sehen konnten. Das klare, gut lesbare Display des PC7 ist dafür optimal geeignet. Bei der Telemetrie sind wir momentan abhängig vom Mobilfunknetz. Nahe an der Küste ist das kein Problem. Es gab auch keine Probleme mit dem Wasser oder der Datenübertragung.
Was sind die Pläne für die Zukunft der Telemetrie im Segeln. Wird z. B. BMW-Oracle die Leistungsdaten auf ihrer Internetseite zeigen?
Amy: Meiner Meinung nach stehen beide Sportarten - Segeln und Radsport - vor einer ähnlichen Herausforderung: wie gewinne ich mehr Interesse am Sport und damit mehr Zuschauer. Die SRM-Telemetrie bietet eine Basis für ein tieferes Verständnis für den Sport und ein reichhaltigeres Erlebnis beim Zuschauen. Segeln scheint offener für die Telemetrie zu sein, weil die Leistung der Segler und des Bootes über die Telemetrie dargestellt und übermittelt werden kann. Deshalb glaube ich, dass beide Sportarten in Zukunft mehr Daten auf den Bildschirm bringen werden.
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